Themenabend: „Wenn Zwei sich streiten, ärgert sich der Dritte!“

Förderverein des Heilig-Geist-Kindergartens lud zum Themenabend ein. „Wenn Zwei sich streiten, ärgert sich der Dritte!“

Ende März hat der Förderverein Kath. Heilig-Geist Kindergarten e.V. zu einer Vortragsveranstaltung über das Thema Kinderkonflikte eingeladen. Vor über 30 Besuchern konnte Frau Dr. Ariane Gernhardt (Uni Osnabrück, Nifbe, Leiterin Baby-Sprechstunde Osnabrück) in einem offenen Vortrag interessante Einblicke in die Streitkultur von Kindern geben.

Die Vorsitzende des Fördervereins, Frau Karen Prigge (links), bedankt sich bei der Referentin, Frau Dr. Ariane Gernhardt.

„Die Körpersprache ist die erste Sprache aller Kinder“ – Diesen Ausgangspunkt nutzte die Referentin, um auf Gründe und Formen der Konfliktbewältigung einzugehen. Grundsätzlich gilt, je jünger das Kind, desto weniger Rückmeldungen bekommt man als Erwachsener zu den Gründen des Konflikts. Fast immer gehören bei kindlichen Konflikten Hilflosigkeit, Stress oder aber die Lautstärke zu den Gründen. Interessant ist auch das Ergebnis von Studien, dass sich Kinder dort, wo sie sich am sichersten fühlen, auch am häufigsten streiten. Auch wenn es zunächst verwirrend klingt: Besonders häufig streiten Kinder mit den besten Freunden.
Bei der Konfliktbewältigung kommt es gar nicht so sehr auf ein Gleichgewicht an, sondern vielmehr ist Einigen und Vertragen eine einseitige Angelegenheit. Einer fängt an aufzuhören ohne Frage der Schuld. Sollten Eltern aufgrund dieser Erkenntnisse nicht mehr in Konflikte eingreiffen? Dieses verneint Frau Dr. Gernhardt. Eingriffe von Eltern sind vor allem dann nötig, wenn ein Kind häufig durch aggressives Verhalten erfolgreich ist oder wenn Kinder gezielt ihre (körperliche) Überlegenheit einsetzen. Auch wenn sich ein Kind wegen großer emotionaler Erregung nicht mehr wehren kann oder aber wenn Angstzustände erzwungen werden, sind Eingriffe unbedingt ratsam. Als Faustregel gab die Referentin den Zuhörern mit auf den Weg, bei Streitigkeiten nicht Schiedsrichter zu spielen, sondern eher wie ein Moderator zu wirken, dabei aber eindeutig und vorhersehbar für die Kinder zu sein.
Dieses spannende Thema regte viele Nachfragen der Zuhörer schon während des Vortrags an und führte zu lebhaften Diskussionen. Wir werden vom Förderverein auch nächstes Kindergartenjahr wieder einen Vortrag anbieten und haben durch die rege Diskussion auch schon Themenhinweise bekommen.
(Stefan Peitz)